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15.09.2019

Meinung des Vorsitzenden, Thomas Krebs: OECD – Bildungsstudie

Die OECD-Studie „Bildung auf einen Blick“ berichtet, dass österreichische LehrerInnen relativ wenige Schülerinnen in relativ wenigen Unterrichtsstunden unterrichten. Als Vorsitzender der wienweiten Personalvertretung für 14.000 Wiener KollegInnen kann ich diese fahrlässig verkürzte Zusammenfassung der Ergebnisse dieser OECD-Studie nicht im Raum stehen lassen.
In der Studie wird behauptet, dass Österreichs LehrerInnen im Vergleich zu PädagogInnen in anderen Ländern viel verdienen. Hier fehlt die Erklärung, dass in einem reichen und hochpreisigen Land wie Österreich das Lohnniveau der akademisch ausgebildeten LehrerInnen höher sein muss als in einem Land mit einer geringen Kaufkraft. Außerdem bedarf es gerade in der Zeit des LehrerInnenmangels neben guten Arbeitsbedingungen attraktiver Löhne, um junge Menschen für unseren Beruf zu begeistern. Die Studie verschweigt, dass das neue Dienstrecht höhere Einstiegsgehälter, aber eine flachere Gehaltskurve im Lebensverdienst aufweist. Gleichzeitig befinden sich viele ältere LehrerInnen in hohen Gehaltsstufen. Die Tatsache, dass deshalb über einen mehrjährigen Zeitraum junge und ältere LehrerInnen relativ kostspielig sind, war vor der Einführung des neuen Dienstrechts vollkommen klar. Das erklärt die derzeitigen höheren Lohnkosten.

Das Betreuungsverhältnis zeigt laut genannter Studie auf, dass Österreichs LehrerInnen im Durchschnitt weniger SchülerInnen als im OECD-Schnitt unterrichten. In den Medien wurde jedoch nicht erklärt, dass sich die sehr geringe SchülerInnenzahlen der vielen entlegenen Klein- und Kleinstschulen in ländlichen Regionen Österreichs logischerweise auf den bundesweiten Klassenschülerdurchschnitt auswirkt. Im Ballungsraum Wien merken wir in übervollen Klassen ohnehin gar nichts von den angeblich niedrigen SchülerInnenzahlen!
Österreichs Schulen sind im Bereich des Support-Personals in der OECD Schlusslicht. Auch das wird in dieser Studie nicht erwähnt. Um die hohe Dichte an Support-Personal der skandinavischen Spitzenreiter innerhalb der OECD-Staaten zu erreichen, bedarf es der vierfachen Anzahl an SozialarbeiterInnen, PsychologInnen, Verwaltungsbediensteten etc.. Das bedeutet, dass für ganz Österreich etwa 23.000 zusätzliche Dienstposten in diesem Bereich benötigt würden. Um wenigstens im OECD-Schnitt zu liegen, müssten etwa 12.000 Support-Posten ergänzt werden. Da in Österreich viele Support-Posten Landessache sind, müsste das Land Wien tätig werden, um auf dieses Niveau zu gelangen.

Unreflektierte Schlagzeilen diverser Medien erinnern an frühere Zeiten des LehrerInnen-Bashings und bringen uns nicht weiter. LehrerInnen verdienen Respekt und Anerkennung für Ihre Leistung! Attraktive Arbeitsbedingungen zu schaffen und angemessene Gehälter für hochwertige pädagogische Arbeit zu bezahlen machen den Beruf der LehrerIn interessant. So sollte die Studie „Bildung auf einen Blick“ interpretiert werden.

Schreiben Sie mir Ihre Meinung zu diesem Thema unter thomas.krebs@fcg-wien-aps.at



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