fcg - wiener lehrerInnen

Starker Beruf. Starke Vertretung.

Bildungskarenz im Pflichtschulbereich

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(Quelle: AMS/Arbeitsmarktservice, Broschüre des Sozialministeriums, Erkenntnis des VfGH) 

Allgemeines zur Bildungskarenz

  • Die Bildungskarenz soll generell ArbeitnehmerInnen die Teilnahme an beruflichen Aus- oder Weiterbildungsmaßnahmen ermöglichen.
  • ArbeitnehmerInnen können für mindestens 2 bis maximal 12 Monate von der Arbeit freigestellt werden.
  • Während der Bildungskarenz erhält man Weiterbildungsgeld.
  • Die Finanzierung der Bildungskarenz erfolgt auf Basis der Arbeitslosenversicherung.
  • Die rechtlichen Grundlagen zur Bildungskarenz findet man im Arbeitsvertragsrechts-Anpassungsgesetz (siehe AVRAG/§11)
  • Da pragmatisierte LehrerInnen keinen Arbeitslosenversicherungsbeitrag leisten, können sie keine Bildungskarenz beanspruchen!
  • VertragslehrerInnen mit einem Dienstverhältnis zum Land Wien sind vom AVRAG ausgenommen, sodass sie ebenfalls keinen Anspruch auf Bildungskarenz hätten. Eine Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes (VfGH v. 20.6.2001, B 1960/99) macht dies allerdings möglich, wenn eine Karenzierung gegen Entfall der Bezüge zum Zweck der Weiterbildung mit dem Dienstgeber vereinbart wurde und auch die übrigen Voraussetzungen erfüllt werden.


Voraussetzungen für Bildungskarenz:

  • Ein mindestens 6 Monate dauerndes ununterbrochenes Arbeitsverhältnis
  • Schriftliches Einverständnis zwischen ArbeitnehmerIn und Arbeitgeber
  • Der/die Karenzierte muss die Anspruchsvoraussetzungen auf Arbeitslosengeld erfüllen.
  • Teilnahme an einer Bildungsmaßnahme (Schriftlicher Nachweis!). 


Allgemeine Hinweise:

  • Während der Bildungskarenz besteht ein Kranken- und Unfallversicherungsschutz.
  • Für die Zeit der Bildungskarenz bestehen weder Anspruch auf Urlaub noch auf Urlaubs- oder Weihnachtsgeld.
  • Für Abfertigungsansprüche wird die Zeit der Bildungskarenz nicht mitberechnet.


Zur Fortbildung:

  • Die  Fortbildung muss auch nicht im Zusammenhang mit dem Beruf stehen, sie muss aber anerkannt sein.  
  • Sie ist im In- und Ausland möglich.
  • In der Praxis wird es wohl notwendig sein, den Dienstgeber über die Art der Fortbildung zu informieren, denn es besteht kein Rechtsanspruch auf Bildungskarenz!  (Da der Dienstgeber zustimmen muss!)
  • Beim Dienstgeber wird um „Karenz unter Entfall der Bezüge“ mit der Begründung „Bildungskarenz“ mittels Formular angesucht. 
  • Danach muss beim AMS ebenfalls mittels Formular („Bescheinigung zum Nachweis einer vereinbarten Bildungskarenz …. bei Beantragung von Weiterbildungsgeld“) um Bildungskarenz angesucht werden. 
  • Da aus Sicht des Dienstgebers das Anstellungserfordernis durch ein entsprechendes Lehramt für Pflichtschulen erfüllt ist und berufliche Fortbildung größtenteils durch die berufsbegleitenden Angebote der Pädagogischen Hochschulen abgedeckt ist, wird derzeit in Wien nur in Einzelfällen eine Bildungskarenz (oder auch Bildungsteilzeit) genehmigt.