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15.05.2018

Meinung des ZA-Vorsitzenden Thomas Krebs zum Thema "Deutsch-Förderklassen"

Die Umsetzung der Deutsch-Förderklassen, die grundlegenden Spracherwerb vor Besuch einer Regelklasse ermöglichen sollen, lässt weiterhin zu viele Fragen offen. In der Stellungnahme der Gewerkschaft der PflichtschullehrerInnen zum Begutachtungsentwurf wurden wichtige Forderungen bezüglich der Umsetzung gestellt. Als Vorsitzender der wienweiten Personalvertretung (Zentralausschuss) kann ich mich diesen Forderungen nur anschließen, da aufgrund der besonderen pädagogischen Herausforderungen in unseren Wiener Pflichtschulen vieles einer spezifischen Vorgangsweise bedarf.
• Die von der letzten Bundesregierung gestarteten Sprachfördermaßnahmen in Form von „Sprachstartgruppen und Sprachförderkursen“ sehen eine Evaluierung bis Ende Jänner 2019 vor. Diese Evaluierung wird leider nicht abgewartet, sondern es soll mit den Deutsch-Förderklassen eine weitere Form der Sprachfördermaßnahmen gesetzlich fixiert werden.
• SchülerInnen, die einer Deutsch-Förderklasse zugeteilt werden, laufen Gefahr, einen Bildungslaufbahnverlust von bis zu zwei Jahren zu haben. Die Eingliederung in eine Regelklasse erweist sich aufgrund des Altersunterschieds als ausgesprochen schwierig.
• Aus dem Entwurf ist nicht ersichtlich, ob ein Unterricht in Kleingruppen oder in Klassengröße vorgesehen ist. Dienst- und besoldungsrechtliche Aspekte (z.B. die Vergütung für die Klassenführung im alten Dienstrecht) sowie schulpartnerschaftliche Grundlagen werden im Begutachtungsentwurf nicht erwähnt.
• SchülerInnen mit vorhandenen, aber verbesserwürdigen Deutschkenntnissen entsteht durch die vorgesehene Kürzung der Stundenanzahl der Sprachförderkurse von bisher 11 auf 6 ein Verlust der Qualität.
• Die alle 6 Monate vorgesehenen Testungen, die zu Schuleintritt und für den Austritt aus den Deutsch-Förderklassen vorgesehen sind, stellen eine weitere Belastungssituation für SchülerInnen und LehrerInnen dar. Unklar bleibt immer noch, welches Testformat verwendet wird. Abzulehnen ist jede Mehrarbeit, die für die KollegInnen anfällt.
Darüber hinaus ist mir wichtig anzumerken, dass das Land Wien als Schulerhalter die nötigen, fehlenden Räume zur Verfügung stellt und dafür sorgt, dass genügend Lehrpersonen in Wien unterrichten wollen.
Es ist schade, wenn das von vielen PädagoInnen ursprünglich begrüßte Regierungsvorhaben an der unklaren und nicht durchdachten Umsetzung scheitern würde. Das Bildungsministerium muss den Dialog mit der Gewerkschaft suchen, um Vorgaben zu entwickeln, die praktikabel sind und einen Mehrwert für den Regelunterricht bewirken. Weiters muss die Wiener Landesregierung ihre grundsätzliche Blockadehaltung aufgeben. Wir fordern die Wiener Landesregierung auf, endlich mit dem Bildungsministerium zum Wohle aller Schulpartner zusammen zu arbeiten.



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